Im Rahmen der aktuellen Themenwoche „Meine Welt – Deine Welt“ wurden wir von der ‚buten un binnen‘ Online-Redaktion von Radio Bremen nach Expertentipps für ein besseres Gelingen von Streitgesprächen gefragt.

Ulrike Lüdemann gab der Autorin Angela Weiß für den Onlineartikel „Fünf Tipps für konstruktiven Streit“ auf butenunbinnen.de einige Hinweise dazu, was beim Umgang mit der anderen Meinung helfen kann, sich konstruktiv auseinanderzusetzen.

 

Interesse

Prallen stark differierende Ansichten und Überzeugungen von Gesprächspartnern aufeinander, ist Streit häufig vorprogrammiert. Statt aber gleich in heftige Diskussionen über ein Für und Wider zu verfallen, kann viel besser das Zeigen ehrlichen Interesses, wie denn der andere zu seiner Überzeugung kommt, das gegenseitige Verständnis fördern. So wird vielleicht nachvollziehbar, welche Gründe, Erlebnisse und Erfahrungen zu den jeweils unterschiedlichen Positionen geführt haben und was dem anderen wichtig ist. Bereits zu Beginn einer Diskussion lassen sich durch eine gesunde Portion vorbehaltloser Neugier Standpunkte hinterfragen und ein konstruktiver Meinungsaustausch einleiten.

 

Aufmerksamkeit

Oft scheitert eine gelingende Kommunikation auch schlicht an einem falschen Verstehen des Anderen. Manchmal kommt die eigene Nachricht trotz mehrfachen Bemühens beim Gegenüber einfach nicht richtig an. Mehr Aufmerksamkeit für das, was der andere sagt und vor allem für das, was er meint, ist ein wirksames Mittel ungewollten Missverständnissen vorzubeugen. Gutes Zuhören und gelegentliches Nachfragen zum besseren Verständnis ermöglichen es, mehr als ein nur oberflächliches Gespräch zu führen.

 

Respekt

Wird eine Auseinandersetzung heftiger, wächst die Gefahr verletzender und abwertender Äußerungen, die das Gesprächsklima verändern. Schnell kommt es zu Abwehrreaktionen und Gegenangriffen, die Emotionalität im Streit steigt an und Positionen verhärten sich. Es fällt schwer, beim eigentlichen Thema zu bleiben und häufig geht es nun vordergründig darum, wer Recht haben soll. In hitzigen Momenten nutzt es deshalb, einen kurzen Moment inne zu halten, bevor ein Wort das andere gibt.  Einen respektvollen Umgangston miteinander zu wahren ist oberstes Gebot, um auch bei sehr strittigen Themen miteinander im Gespräch und bei der Sache bleiben zu können.

 

Toleranz

Neben einer wertschätzenden Grundhaltung im  (Streit-)Gespräch empfiehlt sich auch ein ein angemessenes Maß an Toleranz. Konträre Meinungen können schließlich in vielen Fällen auch nebeneinander stehen und nicht jeder möchte gerne um jeden Preis überzeugt werden. Dies fällt natürlich umso leichter, je weniger Abhängigkeit von der Meinung des Andersdenkenden empfunden wird. Einen Perspektivwechsel für sich zuzulassen oder sich in den anderen hineinzuversetzen kann auch ganz neue Sichtweisen zu Tage fördern.

 

Offenheit

Nicht zuletzt gilt: unterschiedliche Meinungen können auch eine Bereicherung sein. Ist man offen genug, können über die Unterschiede hinaus zuweilen sogar Übereinstimmungen und gemeinsame Schnittmengen entdeckt werden, die eine höhere gegenseitige Akzeptanz ermöglichen. Auf diese Weise lässt sich auch von anderen Sichtweisen profitieren und zwar nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Privaten.

 

Der aktuelle Online-Beitrag „Fünf Tipps für konstruktiven Streit“ im Original auf butenunbinnen.de:

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/tipps-bei-konflikten100.html

KategorieAllgemein
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