Möchten Familienunternehmer die Übergabe Ihres Unternehmens an die nächste Generation in die Wege leiten, sind wohl durchdachte Nachfolgeregelungen zur Gestaltung des Generationswechsels unverzichtbar. Im Idealfall verläuft dieser Planungsprozess reibungslos, wenn eine offene Diskussion unter Einbeziehung aller beteiligten Familienmitglieder gelingt und tragfähige Entscheidungen getroffen werden können. Aufgrund des komplexen Systems betrieblicher, familiärer und persönlicher Interessenlagen ist gerade dies jedoch nicht einfach und mitunter sogar konfliktträchtig. Die Beteiligung eines Mediators, und speziell eines Wirtschaftsmediators im Rahmen einer Nachfolgeberatung macht deshalb mehr Sinn, als es auf den ersten Blick erscheint. Sein mediationsanaloger Beratungsansatz hält den Konsens bei der Nachfolgeplanung frühzeitig im Blick.

 

Generationswechsel unter Familienunternehmern – Eine „einmalige“ Herausforderung

Nur wenige Unternehmen schaffen es, über mehr als zwei Generationen im Familienbesitz zu bleiben: neben Veränderungen im Markt können vielfältige andere Gründe die Ursache sein. So mag in einigen Fällen einfach der passende Übernehmer für die Unternehmensnachfolge fehlen. Umso wichtiger ist es, dass ein anstehender Generationswechsel im Familienunternehmen, wenn er grundsätzlich möglich ist, am Ende auch gelingt. Dies gilt nicht nur für den Fortbestand des Unternehmens an sich, sondern auch für die weitere Zukunft der Familie.

Viele Familienunternehmen erleben im Rahmen von Nachfolgeprozessen typische, aber durchaus vermeidbare Krisen. Mit dem Thema Unternehmensnachfolge wird die Inhaberfamilie in aller Regel nur einmal im Leben konfrontiert, es sei denn, das Familienunternehmen konnte bereits von der vorangegangenen Generation übernommen werden. Dementsprechend besteht häufig nur wenig Übung im Umgang mit dem vielschichtigen und oft mehrjährigen Prozess der Nachfolgeplanung, der selbstverständlich erfolgreich abgeschlossen werden soll – und das unbedingt im ersten Versuch.

Besonderheiten im Familienunternehmen

Die Unternehmensnachfolge wird von einem Bündel wichtiger Aspekte getragen: Neben wirtschaftlichen Zukunftserwartungen für das Unternehmen bestimmen u.a. die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen, steuerliche Faktoren, erbrechtliche Rahmenbedingungen, Führungs- und Mitsprachefragen, Kapitalanforderungen, Risikoüberlegungen und Fragen der Altersversorgung die Gestaltung der Nachfolge.

In der Betrachtung unterschätzt wird zuweilen der Kern des Familienunternehmens, die Familie selbst. Ein wesentliches Kennzeichen für den unternehmerischen Erfolg des Familienunternehmens ist das System besonders intensiver Verflechtung von persönlichen Beziehungen, Führung, Zusammenhalt und Kapitalbereitstellung. Nicht zuletzt diese Faktoren ermöglichen schnelle, verantwortliche und unbürokratische Entscheidungen im Unternehmen, die in anderen Organisationsformen so nicht erreichbar sind.

Zugleich können diese Besonderheiten die Ursache schwerwiegender Belastungen für die Nachfolge darstellen. Nicht ohne Grund scheitern viele Unternehmensübergaben nicht aus finanziellen oder unternehmerischen Gründen. Ursächlich sind dafür häufig emotionale Verstrickungen und Konflikte der Beteiligten, die insbesondere im Prozess der Neuaufstellung im Rahmen einer Unternehmensnachfolge zum Vorschein kommen und den Familienfrieden gefährden können.

Gemeinsame Zielfindung – Ein wesentlicher Schritt guter Nachfolgeplanung

Ausgangspunkt der Nachfolgeplanung jenseits aller noch so wichtigen Einflussfaktoren ist die Fragestellung, welche konkreten Zielvorstellungen und Zukunftswünsche hinsichtlich der Nachfolge mit welcher Priorität und in welchem Zeitrahmen angestrebt werden. Gibt es hierzu einvernehmliche oder unterschiedliche Sichtweisen? Welche Werte und Traditionen sind für die Familie wichtig? Gibt es überhaupt einen potenziellen familieninternen Nachfolger oder sollte ein Fremdgeschäftsführer die Leitung übernehmen? Welcher Gerechtigkeitsmaßstab kann angelegt werden hinsichtlich Familienangehöriger, die nicht aktiv in die Firma eintreten wollen oder können? Kann der Vermögenserhalt der Firma gewahrt werden ohne die eigene Zukunftssicherung zu gefährden?

Schon diese ausgewählten Aspekte machen deutlich, dass sich allgemeingültige Gestaltungsempfehlungen zum Nachfolgeprozess im Familienunternehmen verbieten. Eine individuelle Betrachtung der spezifischen Gegebenheiten ist immer vonnöten. Für eine erfolgsversprechende Nachfolgeplanung macht es deshalb großen Sinn, dass alle Familienmitglieder eigene Wünsche artikulieren und schließlich gemeinsame Zielsetzungen entwickeln und beschließen. Eine mediationsanaloge Nachfolgeberatung stellt professionelle Methoden zur Verfügung, um Interessen und Interessensgegensätze bewusst zu machen und auftauchende Konflikte zu bearbeiten und zu lösen. So können Risiken, die möglicherweise die Umsetzung des Generationswechsels gefährden, minimiert werden. Ein Gewinn an Sicherheit für alle Seiten.

Unternehmensübergabe – Um welche Werte geht es?

In vielen Fällen der Nachfolge im Familienunternehmen geht es jenseits anderer durchaus regelbarer Aspekte auch um das Lebenswerk des Unternehmers, das nach Anerkennung und Würdigung verlangt. Es gilt hier, vor allem die beiden Ebenen „Familie“ und „Unternehmen“ mit ihren unterschiedlichen Werten, Gerechtigkeitsmaßstäben und Interessenlagen wahrzunehmen. Dabei sind sowohl die Sichtweisen der abgebenden Generation als auch die Interessen und Zukunftsvorstellungen der nachfolgenden Familienmitglieder zu berücksichtigen. Unterbleibt dies, sind Konflikte zwischen den beiden Systemen in der Phase des Übergangs vorprogrammiert. Ohne eine Konsensfindung in den wesentlichen Kategorien bestehen hohe Risiken, dass einseitig orientierte Lösungen die Fortführung des Familienunternehmens und die Familie selbst gefährden können. Ein möglichst transparent geführter Nachfolgeprozess zahlt sich deshalb für alle Beteiligten aus.

Der Faktor Zeit – Wann ist der beste Zeitpunkt, mit der Nachfolgeplanung zu beginnen?

Eine wohldurchdachte Unternehmensnachfolge benötigt Zeit und die eigentliche Umsetzung kann erst dann beginnen, wenn der zukünftige Organisationsrahmen weitgehend erarbeitet ist. Dabei erfordern insbesondere rechtliche und steuerliche Optimierungen oftmals eine längere Zeitspanne, bis sie wirksam werden.

Es ist daher empfehlenswert, dass sich Familienunternehmer möglichst frühzeitig mit dem zukünftigen Generationswechsels beschäftigen und sowohl das Unternehmen wie auch die Familie auf den Wechsel vorbereiten. Die Erarbeitung eines Nachfolgekonzepts nimmt je nach Komplexität und zeitlicher Verfügbarkeit unterschiedlich viel Zeit in Anspruch und erfolgt in regelmäßigen Zusammenkünften. Am Ende stehen einvernehmlich akzeptierte Vereinbarungen, ohne die eine Nachfolgeplanung kaum Bestand für die Zukunft erlangen wird.

Mediationsanaloge Beratung – Ein Mediator für strukturierte Koordination, Interessenberücksichtigung und Konfliktprävention

Eine frühzeitige Einbindung von Steuerberatern, Anwälten und anderen spezialisierten Fachleuten hat sich gerade bei der Nachfolgeplanung von Familienunternehmen als hilfreich und notwendig erwiesen. Die Einbindung der Gestaltungsoptionen aus den unterschiedlichen Regelungsbereichen in den familiären Kontext fällt allerdings manchmal nicht leicht.

Bei der mediationsanalogen Entwicklung eines Planungskonzepts für die Unternehmensnachfolge ist der vermittelnde Ansatz eines Mediators auch in dieser Hinsicht hilfreich. Er bietet effektive Unterstützung bei der Erarbeitung tragfähiger Lösungen, wenn sowohl persönliche als auch wirtschaftliche, rechtliche und andere Aspekte unter einen „Hut“ gebracht werden sollen. Auch wenn das Verfahren der Mediation grundsätzlich der Konfliktlösung in strittigen Auseinandersetzungen dient, liegt sein Nutzen im Nachfolgeprozess im Besonderen in der Prävention latenter Konflikte. Denn innerhalb einer Mediation zur Unternehmensnachfolge können die unterschiedlichen Ebenen – Unternehmenssystem, Eigentumssituation, Familiensystem – unter Mitwirkung der Familienmitglieder herausgearbeitet werden, um Klarheit und gegenseitiges Verständnis für einen Konsens herzustellen. Ein Wirtschaftsmediator strukturiert und moderiert den Prozess des Verhandelns, er ermöglicht allen Parteien, die eigenen Interessen und Motivationen zu reflektieren, wechselseitig anzuerkennen und so zu gemeinsamen Zukunftslösungen zu gelangen.

Die Nachfolgeberatung der CONFIDES MEDIATION berücksichtigt diese Grundsätze.

KategorieUnternehmen
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